WhatsApp hat in den vergangenen Monaten immer wieder negative Schlagzeilen gemacht. Mit Hike scheint es seit heute eine erfrischende Alternative zu geben.

Die SMS ist zwar 20 Jahre alt geworden, mittlerweile aber schon fast wieder out. Seit iMessage und WhatsApp gibt es genügend Wege, kostenlos mit Freunden in Kontakt zu bleiben. Plattformübergreifend ist der WhatsApp Messenger ohne Zweifel absolut populär – doch immer wieder kommt es zu Sicherheitslecks, zudem sollte man nicht vergessen, dass sein komplettes Adressbuch übertragen wird.

Heute wurde der Hike Messenger (App Store-Link, Android, Windows Phone) zum zweiten Mal veröffentlicht. Die kostenlose App für iPhone und iPod touch ist bereits im November erschienen, damals aber unter der enormen Last der Nutzer zusammengebrochen und wieder aus dem Store genommen worden. Aus dieser Zeit stammen auch die negativen Bewertungen, von denen ihr euch nicht abschrecken lassen solltet.

Nach dem 13,1 MB großen Download muss man seine eigene Rufnummer kurz verifizieren lassen. Bei mir hat der Empfang des nötigen Codes per SMS fast eine Stunde gedauert, alternativ kann man sich aber auch von einem netten Computer anrufen lassen, um die sechsstellige Zahlenfolge in Erfahrung zu bringen. Direkt danach kann man schon mit dem Chatten beginnen.

Halt, dafür fehlen ja Freunde, die ebenfalls Hike verwenden. Hier muss natürlich auf das Adressbuch zugegriffen werden – allerdings werden nicht gleich alle Kontakte ausgelesen, sondern nur das, was Hike wirklich braucht. Und das ist lediglich die Telefonnummer. Nicht einmal der Name wird übertragen. Stattdessen wird euch der (Vor-)Name angezeigt, der für die dazugehörige Rufnummer in eurem Adressbuch hinterlegt ist.

Ebenfalls klasse in Sachen Datenschutz: Die Nachrichten werden nach der Übertragung an den Empfänger von den Hike-Servern gelöscht. Zudem ist es möglich, sich komplett von dem Dienst abzumelden und alle gespeicherten Daten unwiderruflich zu löschen. Bis zum Ende des Jahres will Hike seine Nachrichten sogar mit einer 128-bit SSL Verschlüsselung versehen. Momentan wird leider nur die Provider-Verschlüsselung im mobilen Datennetz verwendet, in ungeschützten Netzwerken dürfte das aber wohl nicht zutreffen.

Kommen wir nun aber zur Funktionsweise. Hike arbeitet eigentlich ganz einfach und selbsterklärend. Man kann ein Profilbild hinterlegen, Freunde einzeln anschreiben oder einen Gruppenchat starten, zu dem man auch später noch Teilnehmer hinzufügen kann. Neben Nachrichten kann man Fotos, Videos und Audio-Aufnahmen versenden. Außerdem gibt es eigene Hike-Smilies, die im Gegensatz zu den iOS-Emojis auch auf Android und Windows Phone angezeigt werden.

Zudem bietet die schlicht gestaltet App die Möglichkeit, kostenlose SMS zu versenden. Das funktioniert aber derzeit nur in Indien, dem Heimatland der Entwickler, und ist daher für uns kaum von Bedeutung. Im Kampf gegen WhatsApp wird es für Hike unglaublich wichtig, schnell einen entsprechenden Bekanntheitsgrad aufzubauen. Am heutigen 5. Dezember gibt es die App erst in fünf Ländern, darunter Deutschland. In den kommenden Tagen wird der Download nach und nach für andere Nationen freigeschaltet, am Samstag geht es in Österreich und der Schweiz los. So wollen die Entwickler einen erneuten Kollaps ihrer Server vermeiden und den Ansturm besser überblicken. Genau dieser Ansturm und eure Unterstützung werden aber nötig sein, damit Hike eine Chance gegen WhatsApp hat…

Original link: 

Hike Messenger ausprobiert: Endlich Konkurrenz für WhatsApp?

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